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Lernen zu lernen

Kompetenzprofil für Fachkräfte der außerschulischen politischen Bildung

Der vorliegende Beitrag ist ein Auszug aus der Publikation kompetent.politisch.bilden, die einen Orientierungsrahmen für die Qualifizierung von politischen Bildner*innen bietet. kompetent.politisch.bilden ist in zehn Kompetenzbereiche gegliedert, die hier einzeln vorgestellt werden. Im Folgenden: Organisationskompetenz.

Kompetenzbereich Organisationskompetenz

Beschreibung

Lernen zu lernen beschreibt den prozessualen Erwerb von Kenntnissen und Fähigkeiten, verstanden als Zusammenspiel von Wissen, Fertigkeiten und Einstellungen/Haltungen. Es bildet die Grundlage persönlicher und professioneller Entwicklung. Lernen kann gezielt zur Kompetenzentwicklung erfolgen (formal und non-formal), geschieht aber auch ungeplant (informell). Die Fähigkeit zu lernen kann erlernt, lebenslang gepflegt und weiterentwickelt werden.

Lernkompetenzen von Fachkräften der politischen Bildung bilden eine Grundvoraussetzung für emanzipatorische und auf die Stärkung der individuellen Autonomie ausgerichtete Bildungsprozesse. Kompetenzentwicklung durch Lernen hängt dabei besonders von der Lernmotivation (Lernen wollen) und den Lernbedingungen (Lernen können) ab. Diesen Lernprozess selbstgesteuert zu organisieren bedeutet, Motivation, Möglichkeiten oder Gelegenheiten sowie Lernzeit in Einklang zu bringen. Instrumente zur gezielten Entwicklung von Lernkompetenzen reichen von selbstgesteuertem Lernen (bspw. Lektüre, digitale Lerntools) über angeleitete Lernprozesse (bspw. Fort- und Weiterbildungen, Mentoring, Supervision) bis hin zu kollegial vernetztem Lernen (bspw. kollegiale Beratung, Teamreflexion). Dabei sollte man sich stets im Klaren darüber sein, dass Dinge fortlaufend gelernt, verlernt, wieder erlernt oder umgelernt werden können.
Da Lernen und (Weiter-)Qualifizierung für Fachkräfte der politischen Bildung regel-mäßig im sozialen Rahmen stattfindet 
(insb. mit Gruppen und mit Kolleg*innen), besteht eine Schnittmenge mit sozialen bzw. kommunikativen Kompetenzen.

Teilkompetenzen

Teilkompetenzen

Selbstreflektiertes Lernen

meint die Fähigkeit, erworbenes Wissen und Erfahrungen zu erfassen, zu bewerten und gegebenenfalls zu revidieren. Dazu gehört die Bereitschaft zur Auseinandersetzung mit sich selbst, mit der eigenen Rolle, Haltung, mit Privilegien, Emotionen und den eigenen Grenzen.

Prozesshaftes Lernen

umfasst die Fähigkeit, die eigene Lernbiografie als einen nicht-linearen Prozess von Lernen, Verlernen, Umlernen zu praktizieren und erworbene Erkenntnisse ins professionelle Handeln zu integrieren.

Neugierde

wird dadurch charakterisiert, Neues als positiven Impuls wahrzunehmen, der die eigene Erfahrung und das eigene Wissen bereichern kann. Neugierde schafft Gelegenheiten zum intendierten, aber häufig auch zum unintendierten Lernen.

Gezieltes Lernen

ist die Kompetenz, eigene Wissenslücken und Lernpotenziale zu erkennen und eigene Lernprozesse auf der Basis von Lernbedingungen, Bedürfnissen und Ressourcen abzuleiten, zu organisieren und zu verfolgen.

Wissen systematisieren und verknüpfen

heißt, unterschiedliche Wissensbestände strukturiert in Beziehung zueinander zu setzen, Verbindungen zu erkennen oder zu ziehen und Schlussfolgerungen abzuleiten.

Kompetenzlosigkeitskompetenz

fasst die Bereitschaft und Fähigkeit zusammen, Nichtwissen, Unsicherheiten und Widersprüche als produktive Lernmomente zu begreifen (nach Paul Mecheril).

Kompetenzprofil Überblick

Der vorgestellte Kompetenzbereich ist Teil des Kompetenzprofils für Fachkräfte der politischen Bildung. 

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