
Methodenkompetenz
Kompetenzprofil für Fachkräfte der außerschulischen politischen Bildung
Der vorliegende Beitrag ist ein Auszug aus der Publikation kompetent.politisch.bilden, die einen Orientierungsrahmen für die Qualifizierung von politischen Bildner*innen bietet. kompetent.politisch.bilden ist in zehn Kompetenzbereiche gegliedert, die hier einzeln vorgestellt werden.
Im Folgenden: Methodenkompetenz.

Beschreibung
Mit Methodenkompetenz ist der begründete, intentionale und angemessene Einsatz von Konzepten und Methoden gemeint. Methoden bilden das Werkzeug, um Teilnehmenden Lernerfahrungen zu ermöglichen. Die Methodenwahl und -gestaltung erfolgt somit als letzter Schritt in der Konzipierung von Bildungsveranstaltungen und kann bei Bedarf flexibel gehandhabt werden. Dabei geht es um die Fähigkeit, Material und Inhalte vor und aufzubereiten, den Einsatz von unterstützenden Instrumenten vorzubereiten, Methoden anzupassen und zu entwickeln, oder das methodische Konzept auf der Basis von Daten und deren Auswertung anzupassen und durchzuführen. Die methodische Umsetzung eines Lernprozesses in der politischen Bildung gründet auf der professionellen Haltung (→ Von der professionellen Haltung zur Handlung) der Bildner*innen sowie in der zuvor beschriebenen pädagogischen Ausgestaltung. Zentrale Voraussetzung dafür ist die bewusste Auseinandersetzung mit der eigenen Rolle und Verantwortung im Bildungsprozess. Grundhaltungen der politischen Bildung – insbesondere die im Beutelsbacher Kon sens formulierten Leitlinien – werden durch ihre methodische Übersetzung in die didaktische Praxis wirksam. Bildner*innen sollten auf eine Bandbreite von Ansätzen und Methoden („Methodenmix“) zurückgreifen können, um mit unterschiedlichen Methoden unterschiedliche Bedürfnisse und Lernziele bedienen zu können.
Insbesondere unter Berücksichtigung des Prozesscharakters der politischen Bildung und dem Ziel der Kooperation und Beteiligung der Teilnehmenden sowie dem weiteren Ziel, selbstgesteuertes Lernen anzuregen, ist ein breites methodisches Wissen, dass flexibel aktiviert werden kann, hilfreich.
Teilkompetenzen
Teilkompetenzen
Teilnehmenden- und Lebensweltorientierung
Methodische Teilnehmenden- und Lebensweltorientierung bedeutet, in der Planung und Durchführung Interessen, Ziele, Wissen, Erfahrungen und Bedürfnisse von Teilnehmenden aufzugreifen und verständliche Informationen, Daten und Materialien ihrer Lebensrealität entsprechend zu verwenden. Das schließt auch ein, auf verschiedene Lerntypen und Fähigkeiten zu achten und eine Vielfalt an Sozialformen (Plenum, Kleingruppe, Teamarbeit, Einzelarbeit) und Ausdrucksformen (bspw. schriftlich, bildnerisch, körperlich, sprachlich) anzubieten.
Konzeptionelle Fähigkeit
Konzeptionelle Fähigkeit bedeutet, sich im Vorfeld eines Angebotes darüber klar zu werden, welche Lernziele und -erfolge ermöglicht werden sollen, um auf dieser Grundlage das Setting des Angebotes zu gestalten. Das schließt eine zielorientierte Methodenauswahl ein. Dabei steht das Arrangement des Settings im Spannungsverhältnis zu Bedarfen der Teilnehmenden, dem Prozess der Gruppe sowie den vorhandenen Rahmenbedingungen. Das bedeutet, bei Bedarf begründet und (selbst-)bewusst die Entscheidung zu treffen, Methoden und Setting den Bedarfen anzupassen.
Orts- und Raumplanung
Orts- und Raumplanung unter Einbezug des sozialen Kontextes beinhaltet bei der methodischen Planung, die Möglichkeiten des Durchführungsortes zu berücksichtigen. Denn der konkrete Lernort wie auch dessen Umfeld haben Auswirkungen auf den Lernprozess und dementsprechend sollte der Einsatz von Methoden gewählt werden. Auch die Gestaltung des Lernraums sollte berücksichtigt werden, so dass er zum Erreichen der sozialen (z. B. Austausch), inhaltlichen (z. B. Orte zur Diskussion) oder individuellen Ziele und Bedürfnisse (z.B. Erholung, Bewegung) beiträgt. Der Einbezug des sozialen Kontextes kann etwa unter Berücksichtigung der örtlichen Geschichte, lokaler Akteur*innen, Themen und Projekte erfolgen. unter Einbezug des sozialen Kontextes beinhaltet bei der methodischen Planung, die Möglichkeiten des Durchführungsortes zu berücksichtigen. Denn der konkrete Lernort wie auch dessen Umfeld haben Auswirkungen auf den Lernprozess und dementsprechend sollte der Einsatz von Methoden gewählt werden. Auch die Gestaltung des Lernraums sollte berücksichtigt werden, so dass er zum Erreichen der sozialen (z. B. Austausch), inhaltlichen (z. B. Orte zur Diskussion) oder individuellen Ziele und Bedürfnisse (z.B. Erholung, Bewegung) beiträgt. Der Einbezug des sozialen Kontextes kann etwa unter Berücksichtigung der örtlichen Geschichte, lokaler Akteur*innen, Themen und Projekte erfolgen.
Kritisches Medienbewusstsein
Kritisches Medienbewusstsein und kritischer Medieneinsatz bedeutet, dass Fachkräfte der politischen Bildung sich der Komplexität von Medienangeboten bewusst sind und ihre Wirkungsweise einschätzen können. Dazu zählt auch, alternative Dienste, Geräte und Tools zu kennen, die der Grundhaltung der politischen Bildung entsprechen und Datenschutz ernst nehmen. Gleichzeitig setzen Bildner*innen Medien bewusst und zielgruppenspezifisch ein. Diese Spannungsfelder können und sollten transparent in die pädagogische Praxis integriert und gemeinsam mit den Teilnehmenden reflektiert werden.
Methodenadaption
Methodenadaption meint die Fähigkeit, bestehende Methoden anzupassen und neue zu entwickeln, ebenso wie die Fähigkeit, die Methoden(um)gestaltung bedarfs- und situationsgerecht an Teilnehmenden und Lernzielen auszurichten.
Lernprozess erfassen und auswerten
Lernprozess erfassen und auswerten meint die Fähigkeit, für die methodische Gestaltung relevante Informationen auf Gruppenebene an verschiedenen Stellen des Lernprozesses zu erfassen und auszuwerten (z. B. Erwartungen, Bedürfnisse, Anpassungswünsche, Evaluationskonzepte). So ergibt sich eine valide Basis für die Auswahl und Anpassungen von Methoden. Dazu gehört auch die Anleitung zur Selbstanalyse der Teilnehmenden hinsichtlich der eigenen Bedürfnisse, Lernstände, Ziele, Fähigkeiten sowie die Integration verschiedener Formen des Feedbacks (z. B. anonym, individuell, in der Gruppe, selbstgesteuert, angeleitet). meint die Fähigkeit, für die methodische Gestaltung relevante Informationen auf Gruppenebene an verschiedenen Stellen des Lernprozesses zu erfassen und auszuwerten (z. B. Erwartungen, Bedürfnisse, Anpassungswünsche, Evaluationskonzepte). So ergibt sich eine valide Basis für die Auswahl und Anpassungen von Methoden. Dazu gehört auch die Anleitung zur Selbstanalyse der Teilnehmenden hinsichtlich der eigenen Bedürfnisse, Lernstände, Ziele, Fähigkeiten sowie die Integration verschiedener Formen des Feedbacks (z. B. anonym, individuell, in der Gruppe, selbstgesteuert, angeleitet).


