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Foto Roof above entrance to Victoria Conference Centre, Victoria, British Columbia
Material

Zusammenarbeit in Teams

Kompetenzprofil für Fachkräfte der außerschulischen politischen Bildung

Der vorliegende Beitrag ist ein Auszug aus der Publikation kompetent.politisch.bilden, die einen Orientierungsrahmen für die Qualifizierung von politischen Bildner*innen bietet. kompetent.politisch.bilden ist in zehn Kompetenzbereiche gegliedert, die hier einzeln vorgestellt werden. Im Folgenden: Zusammenarbeit in Teams.

Kompetenzbereich Zusammenarbeit in Teams

Beschreibung

Politische Bildung ist in ihrer Praxis an professionellem Austausch interessiert und orientiert sich an kollaborativen Prinzipien. Die Zusammenarbeit in (professionellen) Teams kann sich beispielsweise auf funktionale Gruppen (z. B. Kolleg*innen) beziehen, auf Co-Teamende oder auch auf ein berufliches oder fachliches Netzwerk von Bildner*innen. Multiprofessionelle Teams ergänzen sich fachlich und haben so einen besonderen Mehrwert (→ Personale Kompetenz). In der täglichen Zusammenarbeit können Teams einen geschützten Resonanz- und Proberaum für die Kompetenzentwicklung ihrer Mitglieder bieten, was wiederum der gemeinsamen Kompetenzentwicklung zugutekommt.
Zusammenarbeit in Teams ist ein kollaborativer und solidarischer Prozess. Dieser ermöglicht es, die Verantwortung für Bildungsziele, Personalgewinnung oder Organisationsentwicklung auf mehrere Schultern zu verteilen, indem Kompetenzen an professionellen Rollen und deren spezifischen Anforderungen ausgerichtet werden, anstatt an einzelnen Personen.
 
Einzelnen politischen Bildner*innen kann es helfen, ihre professionelle Selbstverortung vernetzt, also in Zusammenarbeit mit Kolleg*innen zu betrachten und weiterzuentwickeln. Dies stellt eine Ressource im Umgang mit dem allzu schnell aus gesellschaftlicher Komplexität und Dynamik resultierenden Optimierungsdruck dar und erleichtert es Einzelnen, auf sich stetig ändernde Rollenerwartungen und Anforderungen zu reagieren.
Durch diese veränderte Betrachtungsweise wird der persönlichen Kompetenzentwicklung (Wo stehe ich? Wohin möchte ich mich entwickeln?) eine an Rollen orientierte Dimension hinzugefügt, die Kompetenzentwicklung als gemeinschaftlichen Prozess begreift (Welche Kompetenzen bringe ich in die Zusammenarbeit mit Bezug zu einem konkreten Ziel ein? Über welche Kompetenzen verfügen wir als Team?). Die Reflexion der eigenen Rolle in Abhängigkeit von Teamprozessen trägt dazu bei, Bildungsarbeit als gemeinschaftlichen Aushandlungsprozess zu verstehen, der durch unterschiedliche Expertisen und Erfahrungen bereichert wird.

Teilkompetenzen

Teilkompetenzen

Selbstreflexion durch Feedback

umfasst die Fähigkeit, die eigenen Ziele, Entscheidungen und Handlungen basierend auf Feedback kritisch zu hinterfragen. Insbesondere durch die Systematisierung von Feedback können Stärken und Entwicklungsperspektiven sichtbar und erlernbar gemacht werden. Etwa durch Feedbackgespräche, Journaling oder kollegiale Fallberatung.

Empathisches Zusammenarbeiten

meint die kommunikativ-soziale Fähigkeit, sich in die Perspektiven, Bedürfnisse und Anliegen von Kolleg*innen hineinzuversetzen, ihre Sichtweisen nachzuvollziehen, Unterschiede in Arbeitsstilen, Kommunikation und Entscheidungsfindung anzunehmen und wertschätzend darauf zu reagieren. Dies beinhaltet bspw. den geplanten Austausch über Bedürfnisse, aktiv zuzuhören, nonverbale Signale zu deuten und einfühlsam zu kommunizieren.

Machtsensibilität in der Zusammenarbeit

beinhaltet das Bewusstsein bzw. die Bewusstmachung von eigenen gesellschaftlichen Positionierungen und Privilegien. Eine machtsensible Zusammenarbeit wird durch den offenen Austausch über Hierarchien und Entscheidungsstrukturen und die Reflexion von Machtasymmetrien innerhalb des Teams befördert und kann durch die Etablierung einer Kultur der gemeinsamen Verantwortungsübernahme (bspw. durch Allyship, Powersharing) gestärkt werden.

Kooperationsbereitschaft

meint die Fähigkeit, konstruktiv und kollegial mit anderen in einem professionellen Team zusammenzuarbeiten, gemeinsame Ziele zu definieren und diese durch solidarisches Handeln zu erreichen. Politische Bildner*innen setzen sich aktiv für die Teamziele ein, bringen ihre eigenen Stärken ein und sind offen für Feedback. Sie teilen relevante Informationen, zeigen Kompromissbereitschaft und unterstützen andere, während sie selbst Hilfe annehmen können.

Lösungsorientierung in Konfliktsituationen

ist die Kompetenz, in der kollegialen Zusammenarbeit mit unterschiedlichen Sichtweisen und Interessen konstruktiv umzugehen und gemeinsam tragfähige Lösungen zu entwickeln. Grundmotivation ist dabei, aktiv nach Lösungen zu suchen, die sowohl die Bedürfnisse der Beteiligten als auch die gemeinsamen Ziele berücksichtigen. Dies setzt die Bereitschaft voraus, Konflikte nicht als Störung, sondern als Chance für gemeinsame Reflexion und Entwicklung zu betrachten.

Teams steuern

heißt, Teamprozesse in gemeinsamer Abstimmung so zu koordinieren, dass Abläufe entlang der pädagogischen Zielstellungen und Kompetenzen beziehungsweise Entwicklungsperspektiven des Teams ausgerichtet sind. Die genaue Kompetenzanforderung an Einzelne hängt von der jeweiligen Rolle im Team und im Prozess sowie den bestehenden Entscheidungsfindungsmechanismen ab.

Kompetenzprofil Überblick

Der vorgestellte Kompetenzbereich ist Teil des Kompetenzprofils für Fachkräfte der politischen Bildung. 

Zusammenarbeit in Teams
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