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Material

Ich sehe was, was du nicht siehst

Vorurteile, Stereotype und interkulturelle Begegnung

Der Workshop „Ich sehe was, was du nicht siehst“ befasst sich mit der gegenseitigen Wahrnehmung von Menschen in der Gesellschaft, damit verbundenen Vorurteilen und Stereotypen sowie möglichen Reibungspunkten im Zusammenleben aufgrund unterschiedlicher kultureller Prägungen. Er lädt junge Menschen ein, sich mit Diversität, Teilhabe und Ausschluss in Gruppen auseinanderzusetzen.

Zum Download1 Datei | Lizenz: CC BY SA

Zeit

mind. 4 Schulstunden / 180 min. zzgl. Pausen

Zielgruppe

ab 13 Jahren (Klasse 8)

Gruppengröße

6-30 Personen

Material

Materialien und Arbeitsblätter s. Handreichung, großer Raum, Stuhlkreis, Tafel / Flipchart

Überblick

Der Workshop „Ich sehe was, was du nicht siehst“ befasst sich mit der gegenseitigen Wahrnehmung von Menschen in der Gesellschaft, damit verbundenen Vorurteilen und Stereotypen sowie möglichen Reibungspunkten im Zusammenleben aufgrund unterschiedlicher kultureller Prägungen (interkulturelle Kommunikation).

Unsere Gesellschaft ist von Diversität geprägt – kulturell bzw. ethnisch, aufgrund des Alters, des Geschlechts, der Religion, des sozialen Status und vielem mehr. Dies betrifft gerade auch die Lebenswelt der jungen Menschen. Je nachdem welche sichtbaren Merkmale eine Person mitbringt, wird sie anders wahrgenommen und verschiedenen sozialen Gruppen zugeordnet. Dies kann zu einer Teilhabe an diesen Gruppen oder zu einem Ausschluss führen. Je nachdem welchen Gruppen ich zugehöre, erhalte ich dadurch auch bessere Zugänge zu gesellschaftlichen Bereichen bzw. Privilegien, oder es führt zu einem erschwerten Zugang oder Diskriminierung. In der Wahrnehmung und Gruppenzuordnung spielen dabei oft Vorurteile und Stereotype eine Rolle, die im schlimmsten Fall direkt abwertend sind bzw. zu einer Abwertung der Person(en) führen können. Dabei kommen häufig auch interkulturelle Faktoren, wie die Zuordnung zu einer bestimmten Religion oder Nationalität zum Tragen.

Der Workshop lädt junge Menschen ein, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen und sensibilisiert sie für mögliche Folgen von Vorurteilen, aber auch für Hürden in der interkulturellen Begegnung generell, die gegenseitige Ablehnung und Abgrenzung noch verstärken können.

Lernziele

  • Die Teilnehmenden wissen, was Vorurteile sind.
  • Die Teilnehmenden kennen die Mechanismen sowie positive und negative Effekte von Vorurteilen und Stereotypen.
  • Die Teilnehmenden haben sich mit möglichen (kulturellen) Zuschreibungen auseinandergesetzt und diese reflektiert.
  • Die Teilnehmenden sind für mögliche Stolpersteine und Herausforderungen in interkulturellen Begegnungen sensibilisiert und wissen, wie sie diese vermeiden können.
  • Die Teilnehmenden sind dafür sensibilisiert genau hinzusehen und Vorannahmen und Vorurteile zu hinterfragen.
  • Die Teilnehmenden sind in ihrer Argumentationsfähigkeit und Meinungsbildungskompetenz durch den Einsatz verschiedener Methoden gestärkt.

Lerninhalte

  • Auseinandersetzung mit Vorurteilen und Stereotypen, insbesondere im Zusammenhang mit Kultur(en) / Nationalität(en)
  • Auseinandersetzung mit Kultur und Interkulturalität
  • Sensibilisierung für genaue und reflektierte Wahrnehmung anderer Personen und der eigenen Vorannahmen

Ablauf & Hinweise zur Durchführung

Ablauf

Kurzübersicht exemplarische Workshopgliederung

Die ausführlichen Beschreibungen der einzelnen Methoden finden sich in der Handreichung "Ich sehe was, was du nicht siehst", S. 4-12 (s. Download). 

  • Vorstellungsrunde (10 Min.)      
  • Einstiegsspiel „Ich sehe was, was du nicht siehst“ zum Ankommen in der Gruppe und zur ersten Sensibilisierung für genaues Hinsehen (10 Min.)
  • Übung „Wer ist das?“ als Überleitung zu Wahrnehmung und Vorurteilen (35 Min.)
  • Definition Vorurteile (10 Min.)
  • Übung „Gruppenzuordnung“ (10 Min.)
  • Definition Vorurteile 2 (5 Min.)
  • Überleitung zu kultureller Wahrnehmung (Gruppenzuordnung aufgrund von Kultur): Aufstellübung „Typisch deutsch?!“ (10 Min.)

    mögliche Pause nach 90 Min.
     
  • Vertiefung (10 Min.)
  • Definition „Kultur“ (5 Min.)
  • Unterschiede in der interkulturellen Kommunikation:  Übung „Irgendetwas stimmt hier nicht“ (15 Min.)
  • Definition Kultur und Eisberg (10 Min.)
  • Aspekte interkultureller Kommunikation: Übung „Kommunikation und Kultur“ (20 Min.)
  • Verbale Kommunikation und Macht: Übung „Verstehst du mich?“ (10 Min.)
  • Abschlussreflexion (5 Min.)
  • Abschluss: Impuls für den Weg: Zitronenübung (10 Min.)
  • Feedback (5 Min.)

Der angegebene Ablauf stellt einen Vorschlag dar. Je nach Vorwissen, Themen und Bedarf der Teilnehmenden kann die empfohlene Zeit für die einzelnen Bausteine verlängert oder verkürzt werden. Ebenso können auch einzelne Übungen dazu genommen oder weggelassen werden.

Reflexion & Auswertung

Im gesamten Workshopverlauf gibt es bei den verschiedenen Übungen immer wieder Reflexionsmöglichkeiten.

Zum Abschluss des Wokshops findet außerdem eine Abschlussreflexion mit Feedback in drei Schritten statt. Für das Feedback wird die Methode „Koffer, Tonne, Fragezeichen“ vorgeschlagen. Es ist aber auch eine andere Methode nach Wahl möglich.

Anhand der drei Symbole Koffer, Tonne und Fragezeichen geben die Teilnehmenden Feedback (wahlweise zu allen Punkten oder zu einzelnen Punkten). Die Symbole stehen dabei für:

  • Koffer: Das fand ich gut, das nehme ich als neues Wissen mit
  • Tonne: Das fand ich nicht gut, das war unnötig
  • Fragezeichen: Das ist für mich unklar geblieben, diese Frage habe ich noch
Hinweise zur Durchführung

- Die Workshopleitung sollte sensibel damit umgehen, dass bei Teilnehmenden möglicherweise Diskriminierungs-und Rassismuserfahrungen bestehen. Wenn möglich, kann dies im Vorfeld abgeklärt werden. Es sollten Rückzugsmöglichkeiten bestehen, um Trigger und Flashbacks durch geschilderte Vorurteile oder Schilderungen von Diskriminierung zu vermeiden.

- Außerdem sollte die Workshopleitung darauf achten, keine Vorurteile zu reproduzieren oder aktiv einzubringen, sondern nach Möglichkeit auf Aussagen und Beispiele der Teilnehmenden zurückgreifen und diese entsprechend einordnen.

- Bei der Workshopdurchführung mit Teilnehmenden mit geringen Deutschkenntnissen muss ggf. mehr Zeit eingeplant werden.

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