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Holzbrücke vor Natur
Material

Sprachdomino und imaginäre Sprache

Eine Methode zu verbaler und nonverbaler Kommunikation

Die Methode nutzt einen barrierearmen Ansatz, um Inklusion und Teilhabe in vielfältigen Gruppen zu fördern. Durch die Kombination von Bewegung, Klang und einfachen Sprachelementen hilft sie den Teilnehmenden, über sprachliche oder kulturelle Grenzen hinweg miteinander in Kontakt zu treten und regt zum Nachdenken über Sprache als Teil von Identität und Macht an.Die Methode ist Teil des deutsch-türkischen Methodenkompendiums Navigating Democratic Challenges – Civic Education in German-Turkish Youth Exchange

Zum Download1 Datei | Lizenz: CC BY SA

Zeit

45-90 Min.

Gruppengröße

6-30 Personen

Material

Moderationskarten, Marker, Flipchart/Tafel

Überblick

Die Methode nutzt einen barrierearmen Ansatz, um Inklusion und Teilhabe in vielfältigen Gruppen zu fördern. Durch die Kombination von Bewegung, Klang und einfachen Sprachelementen hilft sie den Teilnehmenden, über sprachliche oder kulturelle Grenzen hinweg miteinander in Kontakt zu treten. Jede Person trägt gleichermaßen bei, unabhängig vom Sprachniveau, wodurch Kommunikation zu einem gemeinsamen, demokratischen Akt wird. Die Methode fördert Zuhören, Empathie und Zusammenarbeit – Fähigkeiten, die für ein demokratisches Leben unerlässlich sind. Sie regt auch zum Nachdenken über Sprache als Teil von Identität und Macht an und zeigt, dass Teilhabe davon abhängt, gehört und verstanden zu werden. Im deutsch-türkischen Austausch unterstützt sie den Dialog über Geschichte, Kulturen und Sprachen hinweg und stärkt das Vertrauen und die gegenseitige Anerkennung in demokratischen Lernräumen.
 

* Note: Descriptions in English and Turkish are available in the downloads section*

Lernziele

  • Kennenlernen sprachlicher Vielfalt, Abbau von Vorurteilen und Hemmungen gegenüber Sprachen
  • Sprache als lebendige, sich wandelnde Ressource erkennen
  • Reflexion über eigenes sprachliches Erbe und persönliche Geschichten, Neugier auf Familiendialekte, Herkunfts- und historische Sprachen (DE/TR)
  • Förderung von Offenheit, Respekt und Selbstvertrauen
  • Verbindung verschiedener Sprachen und kultureller Hintergründe
  • Unterstützung von Erinnerungsarbeit und generationsübergreifender Reflexion
  • Stärkung des Zugehörigkeitsgefühls

Insgesamt fördert die Methode das sprachliche Selbstvertrauen, das gegenseitige Verständnis und ein inklusives Umfeld, in dem Sprachen zu einer Brücke für Kommunikation, Lernen und gemeinsames demokratisches Engagement werden.

Lerninhalte

  • Sprache und Kommunikation als interkulturelles Werkzeug
  • Zugangsbarrieren abbauen
  • Ermöglichung des Einstiegs in den Bereich der Fremdsprachen und Gewinnung von Selbstvertrauen in der eigenen Kommunikation
  • Entwicklung einer Sensibilität für Macht durch die Dimension der Sprache
Methode 1: Sprachdomino

Ziel

Sprachliche Vielfalt sichtbar machen und Verbindungen durch gemeinsame Sprachen, Dialekte und sprachliche Erfahrungen innerhalb der Gruppe aufbauen.


Anleitung

Die Teilnehmenden sitzen im Plenum im Kreis. Jede Person erhält Moderationskarten und einen Stift. Sie schreiben alle Sprachen und Dialekte auf, die sie sprechen oder verstehen – unabhängig vom Sprachniveau. Auch passive Kenntnisse zählen (z. B. könnte jemand, der regelmäßig japanische Filme schaut, „Japanisch” aufschreiben). Pro Karte wird eine Sprache aufgeschrieben, und die Teilnehmenden können so viele Karten verwenden, wie sie benötigen.

Die Moderation geht mit gutem Beispiel voran, indem sie die eigenen Sprachen auf Karten schreibt und sie der Gruppe zeigt.

 

Zwei mögliche Varianten:

Anonyme Version:

Wenn alle fertig sind, werden alle Karten in der Mitte des Kreises gesammelt und dann zufällig und gleichermaßen unter den Teilnehmenden verteilt. Jede Person liest die Sprachen auf ihren neuen Karten laut vor und legt sie gut sichtbar auf den Boden oder an die Wand. Im weiteren Verlauf der Aktivität ordnen die Teilnehmenden ähnliche oder verwandte Sprachen nebeneinander an – wie die Steine in einem Dominospiel.

Sobald alle Sprachen platziert sind, betrachtet die Gruppe die entstandene „Sprachkarte”. Der Moderator kann die Reflexion mit folgenden Fragen anleiten:

  • Welche Muster seht ihr?
  • Welche Sprachen kommen am häufigsten vor?
  • Wo gibt es unerwartete Überschneidungen oder Verbindungen?

Die Teilnehmenden entdecken beispielsweise, dass mehrere Personen dieselbe zusätzliche Sprache sprechen (z. B. Spanisch), was Möglichkeiten für Kleingruppenarbeit oder tiefere Verbindungen eröffnet.
 

Nicht-anonyme Version:

Die Teilnehmenden lesen die Karten, die sie persönlich geschrieben haben, laut vor. Sie können frei entscheiden, wieviel sie preisgeben möchten.

 

Reflexion und Verwendung:

Die fertige Sprachkarte dient als Ausgangspunkt für weitere Interaktionen. Sie kann später erweitert werden, wenn die Teilnehmenden erkennen, dass jede Sprache, jeder Dialekt und jede persönliche Geschichte gleichermaßen von Bedeutung sind. Die Moderation kann die Karte auch als praktisches Hilfsmittel nutzen, um den Übersetzungsbedarf oder Möglichkeiten der gegenseitigen Unterstützung in mehrsprachigen Sitzungen zu ermitteln.

Methode 2: Imaginäre Sprache (nonverbale Aktivität)

Ziel: 

Das Bewusstsein für nonverbale Kommunikation schärfen und Kreativität, Empathie und Verbundenheit über die gesprochene Sprache hinaus fördern.
 

Einführung:

Die Übung beginnt mit einer kurzen Diskussion: Können wir ohne Worte kommunizieren? Die Moderation bittet die Teilnehmenden, spontane Ideen zu äußern – beispielsweise durch Gesten, Mimik oder Zeichnungen. Die Gruppe soll nun mit Kommunikation ohne Sprache experimentieren, indem sie ihre Vorstellungskraft und körperliche Bewegung einsetzt.
 

Ablauf:

Die Teilnehmenden stehen im Kreis. Während der gesamten Aktivität wird Stille gewahrt. Die Moderation beginnt, indem sie vorgibt, einen imaginären Gegenstand – beispielsweise einen Ball – zu halten, und diesen an die Person zu ihrer Rechten weiterzugeben. Diese Person kann den imaginären Gegenstand entweder in etwas Neues verwandeln (z. B. ihn zu einem Seil dehnen, ihn in eine Blume verwandeln) oder ihn unverändert an die nächste Person weitergeben.

Der Prozess wird im Kreis fortgesetzt, bis alle einen imaginären Gegenstand erhalten und weitergegeben haben. Die Moderation nimmt den Gegenstand wieder an sich und schließt den Kreis. Es können mehrere Runden gespielt werden, da die Teilnehmenden oft immer kreativer und ausdrucksstärker werden, nachdem sie in den ersten Runden Selbstvertrauen gewonnen haben.
 

Reflexion und Wirkung:

Diese nonverbale Übung schafft eine unsichtbare Verbindung zwischen den Teilnehmenden und schärft das Bewusstsein dafür, wie wir ohne Worte kommunizieren – dies ist besonders wertvoll in internationalen oder mehrsprachigen Gruppen. Sie offenbart subtile Aspekte der Persönlichkeit und des Ausdrucks und führt oft zu poetischen, lustigen oder zutiefst menschlichen Momenten.

Die Aktivität hilft auch dabei, Stereotypen abzubauen. Wenn Sprache vorübergehend wegfällt, können sich die Teilnehmenden frei ausdrücken und neue Wege entdecken, mit anderen in Beziehung zu treten. Auf diese Weise trägt die Methode zu Inklusion, gegenseitigem Verständnis und Wertschätzung von Vielfalt bei – wesentliche Grundlagen für demokratisches Lernen und interkulturellen Dialog.

Sobald der Geist der Sprachförderung oder -animation verstanden ist, ist es möglich, gemeinsam mit den Teilnehmenden alternative Methoden zu entwickeln, um ihnen ein Gefühl der Eigenverantwortung für den Jugendaustausch zu vermitteln, sie zu stärken und ihre Fähigkeiten zu entwickeln. Ausgehend von den sprachlichen Aktivitäten, die mit den Teilnehmenden durchgeführt wurden, können diese gebeten werden, eigene Sprachspiele in gemischten Paaren (zum Beispiel) für den Rest der Gruppe zu entwickeln und diese mit dem Thema des Jugendaustauschs zu verbinden.


Variationen

Diese Methode kann vollständig an verschiedene Settings in formalen und nicht-formalen Bildungsprojekten angepasst werden. Ihre Umsetzung hängt von den Bedürfnissen der Gruppe ab. Sie kann auch in verschiedene Phasen unterteilt und täglich zu Beginn des Tages oder an verschiedenen Punkten eingesetzt werden, um die Teilnehmenden zwischen den Sitzungen zu entspannen und zu motivieren.


Weiterentwicklung und Alternativen

Diese Aktivität bietet den Teilnehmenden eine effektive Möglichkeit, über die Sprachen, die sie gemeinsam sprechen, nachzudenken und ihre Erfahrungen zu diskutieren. Ein Ansatz besteht darin, jede Sprache einzeln zu erkunden. Die Teilnehmenden können die Sprachen, die sie beherrschen, unabhängig von ihren Kenntnissen vorstellen, sodass die Gruppe mehr über jede Person erfahren kann. Wenn beispielsweise eine Person Kurdisch erwähnt, kann die Gruppe die Vielfalt innerhalb der kurdischen Sprache erkunden, (wie z. B. Kurmanji oder Zazaki). Ausgehend von der persönlichen Geschichte der Person kann die Aktivität auf andere Sprachfamilien und weitergehende sprachliche Zusammenhänge ausgeweitet werden. Dieser Ansatz ermöglicht es auch, sensible Themen schrittweise anzusprechen und schafft Raum für Reflexionen darüber, was die Teilnehmenden wissen und was sie lernen möchten.

Ein weiterer Ansatz besteht darin, den Teilnehmenden die Möglichkeit zu geben, persönliche Assoziationen, Erinnerungen oder Gefühle im Zusammenhang mit den genannten Sprachen zu teilen. Dies fördert die Verbindungen zwischen den Teilnehmenden und regt die Diskussion über die kulturellen, historischen oder emotionalen Dimensionen von Sprache an.

Diese Aktivität kann die Teilnehmenden auch dazu inspirieren, sich aktiv an der Gestaltung des Programms zu beteiligen. Die Teilnehmenden können dazu ermutigt werden, eigene sprachliche Aktivitäten für die Gruppe zu entwickeln, Verantwortung für den Prozess zu übernehmen und mitzuteilen, was sie als sinnvoll empfinden. Dies stärkt das gegenseitige Lernen, fördert die Kreativität und festigt demokratische Prinzipien, indem es den Teilnehmenden eine aktive Rolle bei der Gestaltung der Gruppenerfahrung einräumt.

Reflexion & Auswertung

Vorschläge zur Reflexion & Nachbesprechung

Ziel: persönliche Verankerung, Gruppenzusammenhalt, Transfer
Gesamtdauer: 15–20 Minuten
Setting: Stuhlkreis oder lockere Sitzordnung

 

1. Individuelle Reflexion – „Check-in bei mir“

Dauer: 3 Minuten
Form: still, für sich

Moderationshinweis (wortgleich oder sinngemäß):

„Nehmt euch kurz Zeit, nur für euch. Es gibt keine richtigen oder falschen Antworten.“

Impulse (nur lesen, nicht diskutieren):

  • Wie habe ich mich vor der Aktivität gefühlt – wie fühle ich mich jetzt? (1 Wort)
  • Welche Sprache fühlt sich mir gerade am nächsten an?
  • Wo spüre ich diese Sprache in meinem Körper?

Hinweis: Keine schriftliche Ausarbeitung nötig – Stichworte oder innerliche Reflexion reichen.

 

2. Austausch zu zweit – „Ein Gedanke, der bleibt“

Dauer: 5 Minuten
Form: Partnerarbeit

Moderationshinweis:

„Teilt mit eurem Gegenüber nur das, was ihr teilen möchtet. Eine Person spricht, die andere hört zu.“

Leitfragen (max. 2 auswählen):

  • Was habe ich heute Neues über meine Sprache(n) gelernt?
  • Gab es einen Moment, in dem ich mich sprachlich wohl oder unsicher gefühlt habe?
  • Was sagt diese Erfahrung für mich über Sprache und Verständigung aus?

Timing:

  • Person A: 2 Minuten
  • Person B: 2 Minuten
  • 1 Minute stilles Nachspüren

 

3. Kurze Gruppenreflexion – „Was sagt das über uns?“

Dauer: 5–7 Minuten
Form: Plenum / Kreis

Einstiegsfrage (offen in die Runde):

  • „Was ist euch heute in Bezug auf Sprachenvielfalt besonders aufgefallen?“

Optionale Vertiefung (je nach Zeit):

  • Hat euch etwas überrascht?
  • Was sagt unsere Sprachenvielfalt über uns als Gruppe?
  • Wie hängen Sprache, Identität und Vorurteile zusammen?

Moderationshinweis:
Nicht sammeln oder bewerten – max. 4–5 Wortmeldungen, kurz halten.

 

4. Meta-Transfer (optional, v. a. für Multiplikatoren)

Dauer: 3–5 Minuten
Form: offenes Gespräch oder Blitzrunde

Impuls:

  • „Wo könnte diese Methode gut funktionieren – und wo könnte sie herausfordernd sein?“

Fokusfragen (eine auswählen):

  • In welchen Projekten oder Gruppen wäre diese Methode sinnvoll?
  • Welche Kontexte (sozial/politisch) könnten sprachliche Offenheit erschweren?

 

5. Abschluss – Blitzlicht

Dauer: 2 Minuten
Form: reihum oder freiwillig

Satzanfang (eine Option wählen):

  • „Sprache ist für mich nach dieser Aktivität …“
  • „Ein Gedanke, den ich mitnehme …“

Moderationshinweis:

„Ein Satz reicht. Ihr könnt auch passen.“

 

Hinweise

Die Autorin wendet diese sprachorientierten Methoden seit über 20 Jahren mit durchweg positiven Ergebnissen in Jugendaustauschprogrammen, Schulprojekten, Sommercamps, Schulungen für Trainer*innen oder Multiplikator*innen und internationalen Jugendkonferenzen an. Im Rahmen deutsch-türkischer Projekte stellte sie fest, dass es notwendig ist, sich mit spezifischen Machtverhältnissen zwischen Sprachen auseinanderzusetzen, die die Identität der Teilnehmenden, ihre persönliche Geschichte und allgemeine gesellschaftliche Spannungen widerspiegeln – beispielsweise in Deutschland zwischen Deutsch und Türkisch und in der Türkei zwischen Türkisch und Kurdisch.

Für Moderator*innen ist eine freudige und neugierige Herangehensweise an Sprachen unerlässlich. Sie sollten Offenheit und Humor vorleben und zeigen, dass es keine Perfektion braucht und dass Fehler vielmehr ein natürlicher Teil des Lernens und der Kommunikation sind. Es ist entscheidend, die Aussprache oder Fähigkeiten der Teilnehmenden nicht lächerlich zu machen. Ziel ist es, eine sichere Umgebung zu schaffen, in der die Teilnehmenden Hemmungen überwinden, mit Sprache experimentieren und sprachliche Vielfalt als gemeinsame Ressource erleben können. Die Achtung dieses Aspekts ist von zentraler Bedeutung für die Arbeit des Moderationsteams.

Hintergrund: Die Methode ist inspiriert von der Sprachanimationsausbildung, die vom Deutsch-Französischen Jugendwerk (DFJW) entwickelt wurde, das den Fokus auf nicht-formale Bildung und lebenslanges Lernen setzt.  Sprachanimation entstand Anfang der 1990er Jahre im Rahmen deutsch-französischer Begegnungen und ist heute ein zentraler Bestandteil der meisten interkulturellen Begegnungen. In Zusammenarbeit mit der Universität Bielefeld entwickelte das DFJW die Methodik der „Sprachanimation“, um jungen Teilnehmenden zu helfen, sich trotz Sprachbarrieren zu begegnen und effektiv zu kommunizieren. Diese Methodik lässt sich an bi-, tri- oder multinationale Begegnungen anpassen und kann in einer Vielzahl von Bereichen – Sport, Kultur, formell oder nicht formell – eingesetzt werden, um die Kommunikation zwischen den Teilnehmenden zu erleichtern.

Junge Teilnehmende aus Deutschland und der Türkei können Schüler*innen, Studierende, Berufstätige oder Personen sein, die neue Erfahrungen suchen. Einige sprechen bereits Deutsch oder Türkisch, andere nicht. Sprachförderungsmethoden sind besonders wertvoll für diejenigen, die ihre eigenen Sprachkenntnisse für unzureichend halten, da sie ihnen ermöglichen, sich auszudrücken und aktiv teilzunehmen.

Die Methodik der DFJW hat andere europäische Partner inspiriert, was zur Erstellung von Leitfäden für die Sprachanimation in Deutsch-Tschechisch, Deutsch-Russisch und Französisch-Deutsch-Polnisch geführt hat, die von Organisationen im Rahmen formaler und nicht-formaler multilateraler Austauschprogramme verwendet werden.

Sprachanimationsaktivitäten tragen bei

  • zur Förderung der Gruppendynamik und der verbalen und nonverbalen Kommunikation;
  • zum Abbau des Drucks, in einer anderen Sprache zu kommunizieren;
  • Barrieren im Zusammenhang mit der Sprache des Partnerlandes zu überwinden;
  • zur Interaktion durch Spiele und spielerische Übungen;
  • Neugier auf andere Sprachen und Kulturen zu wecken;
  • sprachliche Vielfalt zu genießen und Sprachkenntnisse zu stärken;
  • die Sprache der Partner zu lernen oder eigene Kommunikationsfähigkeiten zu verbessern;
  • sich auch nach der Begegnung weiter mit der neuen Sprache zu beschäftigen.

Die Rolle von Moderator*innen, Lehrer*innen und Multiplikator*innen besteht darin, Raum für positive Begegnungen mit Mehrsprachigkeit zu schaffen und die Teilnehmenden dabei zu unterstützen, sich in der Sprachenvielfalt zurechtzufinden und sie wertzuschätzen. Um potenzielle Herausforderungen zu bewältigen, ist eine bewusste Vorbereitung erforderlich. Machtungleichgewichte können entstehen, wenn bestimmte Sprachen dominieren, beeinflusst durch die persönlichen Erfahrungen der Teilnehmenden und historische oder politische Kontexte. Diese Dynamiken können das Selbstvertrauen und die Teilnahme beeinträchtigen.

Um diese Dynamik auszugleichen, sind Sensibilität, Neugier und ein Verständnis für die sozialen und kulturellen Bedeutungen von Sprachen erforderlich. Moderator*innen müssen die Entscheidungen der Teilnehmenden darüber, was sie mitteilen möchten, respektieren und es jeder teilnehmenden Person ermöglichen, sich in einem für ihn angenehmen Umfang zu beteiligen, während sie gleichzeitig Verbindungen, gegenseitige Unterstützung und Vertrauen fördern. Wenn diese Bedingungen erfüllt sind, werden Sprachaktivitäten nicht nur zu einem Instrument der Kommunikation, sondern auch der Reflexion über Identität, interkulturelles Verständnis und demokratische Teilhabe.

Referenz

Deutsch-französisches Jugendwerk: „L’animation linguistique dans les rencontres franco-allemandes / Sprachanimation – in deutsch-französischen Begegnungen“ ,

Link zu einer aktualisierten Version der Veröffentlichung online (auf Französisch und Deutsch):

https://www.ofaj.org/sites/default/files/2024-07/die-sprachanimation-in-deutsch-franzosischen-jugendbegegnungen.pdf 

Projekt Navigating Democratic Challenges

Cover Navigating Democratic Challenges

Diese Methodenbeschreibung ist im Rahmen des Projekts „Navigating Democratic Challenges – Civic Education in German-Turkish Youth Exchange“ entstanden, einer Zusammenarbeit der Deutsch-Türkischen Jugendbrücke (DTJB), dem Arbeitskreis deutscher Bildungsstätten e.V. (AdB) und der Toy Gençlik Derneği (TOY). Sie ist Teil des im Projekt entwickelten Methodenkompendiums.

Das Projekt wird von der Bundeszentrale für politische Bildung und der Europäischen Union im Rahmen von ERASMUS+ gefördert. Die darin geäußerten Ansichten und Meinungen sind jedoch ausschließlich die der Autor*innen und spiegeln nicht unbedingt die Ansichten der Bundeszentrale für politische Bildung, der Europäischen Union oder von JUGEND für Europa wider. Weder die Europäische Union noch die fördernde Stelle können dafür verantwortlich gemacht werden.

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PDF Dokument - 0,6 MBAnsicht
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