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extrem naher Ausschnitt einer Spielekonsolegrafik
Material

Die Welt im Smartphone

Umwelt und Digitalisierung

Diese Übung verdeutlicht, wie stark digitale Geräte mit globalen Lieferketten, sozialen Bedingungen und Umweltfragen verbunden sind. Die Teilnehmenden lokalisieren die wichtigsten Rohstoffe eines Smartphones auf einer Weltkarte (analog oder digital). Dabei wird deutlich, dass hinter jedem Gerät komplexe Produktions- und Ausbeutungsverhältnisse stehen, die auch Fragen der globalen Gerechtigkeit, Nachhaltigkeit und politischen Verantwortung berühren. Nach einer Kartierungsübung diskutieren die Teilnehmenden.

Benötigte Zeit

45-60 Minuten

Gruppengröße

10-30

Benötigtes Material

Metall-/Mineralienproblen, Informationskarten über Rohstoffe, Weltkarte oder Globus

Lernziele

  • Bewusstsein für die globale Dimension digitaler Geräte schaffen.
  • Zusammenhänge zwischen Rohstoffgewinnung, Produktion und Konsum analysieren.
  • Zusammenhang zwischen sozialer und ökologischer Gerechtigkeit mit der Digitalisierung erkennen.
  • Kritisch hinterfragen, welche politischen und individuellen Handlungsmöglichkeiten es gibt.

Lerninhalte

  • Rohstoffe
  • Wertschöpfungs- und Lieferketten von Informations- und Kommunikationstechnologien 
Ablauf

Vorbereitung

  • Proben oder kleine Exemplare von Metallen/Mineralien (z. B. Kupferdraht, kleine Lithiumbatterie, Sand als Symbol für Silizium, Münze als Ersatz für Nickel)
  • Informationskarten mit kurzen Angaben zu den Rohstoffen (Abbauorte, Verwendung in Mobiltelefonen, ökologische/soziale Folgen)
  • Weltkarte oder Globus

1. Einführung (5 Minuten)

Die Teilnehmenden zeigen ihre eigenen Mobiltelefone. Frage und erste spontane Sammlung:

  • Was glaubt ihr, woraus euer Mobiltelefon besteht?

2. Entdeckung (15 Minuten)

Die Moderation öffnet den „Rohstoffkoffer“ und verteilt Proben. Jede Gruppe erhält ein Material und die dazugehörige Informationskarte.

Aufgabe: Die Informationen lesen und diskutieren:

  • Woher kommt es, wofür wird es verwendet, welche Probleme entstehen bei der Gewinnung?

3. Aktivität an der Weltkarte (15 Minuten)

Die Gruppen suchen „ihr“ Rohmaterial auf der Weltkarte (z. B. Lithium → Chile/Bolivien/Argentinien, Kobalt → Kongo, Seltene Erden → China).

4. Austausch (10 Minuten)

Präsentation vor der gesamten Gruppe. Diskussion:

  • Welche Zusammenhänge fallen euch auf?“ (z. B. viele Länder im Globalen Süden – Verwendung im Norden).

Kritische Rohstoffe in der EU: Größte Lieferländer
Quelle: European Commission (EU-COM 2020/474 final). Critical Raw Materials Resilience: Charting a Path towards greater Security and Sustainability.

 

Variationen

Low-Tech: Wenn keine Rohstoffproben verfügbar sind → Symbole verwenden (z. B. Münze = Kupfer, Batterie = Lithium, Magnet = Neodym).

Vertiefung: Jede Gruppe entwickelt eine kurze Rohstoffgeschichte (von der Gewinnung bis zur Verwendung).

Online: Digitale Weltkarte/Padlet mit Rohstoffinformationen anstelle von physischen Materialien

Reflexion
  • Was überrascht euch am meisten?
  • Was bedeutet das für unseren Alltag?
  • Welche Folgen hat es, dass wir so viele Rohstoffe in unseren Geräten benötigen?
  • Was bedeutet das für die Länder, in denen diese Rohstoffe abgebaut werden?
  • Wie könnten Geräte nachhaltiger genutzt werden, damit weniger neue Rohstoffe benötigt werden?

 

Foto: © politischbilden.de im Computerspielemuseum Berlin

Digital Youth Work - Rights-Sensitive, Open, Accessible, Democratic (DIYW-ROAD)

Veröffentlicht im Rahmen des Projekts DIYW-ROAD, einer europäischen Partnerschaft koordiniert vom Arbeitskreis deutscher Bildungsstätten.   

Die englischsprachige Originalversion dieser Methode ist unter einer CC-BY-SA 4.0 International Lizenz auf der Plattform Competendo erschienen:
➔ The World inside a Smartphone

CC BY SA Lizenz

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