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Ausschnitt Spielsalon der 80er jahre
Material

Wer wird in sozialen Medien gesehen?

Gleichheit und Ungleichheit auf Plattformen

Eine 60- bis 90-minütige Aktivität zu sozialen Normen, Vorurteilen und Plattformkultur, die  die Onlinesichtbarkeit und die Ausdrucksmöglichkeiten Einzelner beeinflussen. Dabei werden Social Media Posts durch die Teilnehmenden analysiert.

Zum Download1 Datei | Lizenz: CC BY SA

Benötigte Zeit

60-90 Minuten

Gruppengröße

6-20 (in kleinen Gruppen zu 3-5)

Benötigtes Material

Standard, Projektor oder ausgedruckte/anonymisierte Screenshots öffentlicher Posts. Ausgedruckte Vorlage Beobachtungsprotokolle

Lernziele

  • Verstehen, wie öffentliche Reaktionen (positive/negative Kommentare) auf Online-Inhalte je nach wahrgenommenen Identitätsmerkmalen (Aussehen, Geschlecht, Alter usw.) und Art der geteilten Inhalte variieren.
  • Reflexion über Privilegien, Plattformkultur und soziale Normen in digitalen Räumen.

Lerninhalte

  • Social-Media-Plattformen
  • Algorithimisierung
  • Onlineidentität
Hinweise

Folgendes gilt es in der Vorbereitung und Durchführung zu beachten:

  • Nur öffentliche Inhalte, keine privaten Profile verwenden.
  • Alle identifizierbaren Elemente sollten anonymisiert werden (keine Namen, @Handles, Profilfotos und persönliche Details).
  • Minderjährige und potenziell schutzbedürftige Personen sollten ausgeschlossen werden.
  • Die Teilnehmenden sollten nicht versuchen, die gezeigten Nutzer:innen zu identifizieren oder zu kontaktieren: Macht deutlich, dass es sich um eine analytische und pädagogische Übung handelt.
  • Legt Regeln für den respektvollen Umgang in der Gruppe fest und gebt einen Hinweis zum Inhalt (z. B. zu Körperbild, Geschlecht, Hautfarbe usw.).
Ablauf

Vorbereitung

Auswahl von sechs bis acht anonymisierten öffentlichen Beiträgen (die von verschiedenen Plattformen stammen können). Sie sollen sich in folgenden Punkten unterscheiden:

  • Wahrgenommene Identitätsmerkmale der Autor:innen wie Geschlecht, Alter, Sichtbarkeit des Körpers, Kleidungsstil.
  • Art der Inhalte wie Meinungen, Tutorials, Selfies, Aktivismus, Humor, Sport, Musik, Werbung.
  • Grad der Selbstdarstellung wie, dass Gesicht/Körper zu sehen sind, Unterschiede im Ton, z.B. persönliche Ansprache, selbstbewusste Haltung.

1. Aufwärmübung

Blitzfrage an die Gruppe:

  • Welche Arten von Beiträgen erhalten in der Regel die meisten positiven Reaktionen? Welche am meisten Kritik?

Notiere erste Ideen auf einem Flipchart oder einer Tafel: positive - kritische Reaktionen.

2. Gruppenbeobachtung und Kodierung

Jede Gruppe bekommt zwei bis drei anonymisierte Beiträge präsentiert und füllt ein kurzes Beobachtungsprotokoll aus:

  • Vorlage: Beobachtungsprotokoll (siehe Downloadbereich)

3. Kartierung in Gruppen

Auf einer großen Tafel werden die in den Protokollen festgehaltenen Ergebnisse und die Posts nebeneinander stehend von den Gruppen präsentiert. Jede Gruppe fügt mittels Post-It oder Markereintrag Anmerkungen hinzu:

  • Ihren Reaktionsindex
  • Wichtige Inhalte und Merkmale (z. B. „Selfie und Körper sichtbar“, „politische Meinung“, „Manual mit praktischer Anleitung“)

So werden auch beitragsübergreifende Muster sichtbar.

Reflexion

Fragenauswahl für die abschließende Gruppendiskussion:

  • Welche Arten von Beiträgen erhielten die positivsten oder negativsten Reaktionen? Warum?
  • Hat das Aussehen (Körpergröße, wahrgenommenes Geschlecht, Kleidung) den Ton der Kommentare beeinflusst? Wie?
  • Wann standen Ideen oder Fähigkeiten im Mittelpunkt und nicht das Aussehen der Person?
  • Welche unausgesprochenen Regeln oder Erwartungen der Plattform wurden sichtbar?
  • Basierend auf euren Beobachtungen, wer scheint sicherer zu sein und wer weniger, wenn sie*er sich online äußert?
  • Welche Rolle spielen persönliche Merkmale (wie Geschlecht, Aussehen oder Hintergrund) und der Inhalt ihrer Nachrichten dabei, wie sie behandelt werden? Wo haben wir Anzeichen von Vorurteilen (bspw. Sexismus, Rassismus, Klassismus, Body Shaming, Behindertenfeindlichkeit) bemerkt?
  • Was haben wir nicht gesehen – und wie könnte sich das auf die Sichtbarkeit oder Sicherheit des*der Verfasser:in auswirken?
  • Wie würden sich die Dinge ändern, wenn das Format oder die Plattform anders wäre (z. B. Video vs. Text, YouTube vs. Instagram)?

Abschluss & Transfer

  • Was nimmst du aus der Aktivität mit?
  • Was könnten wir tun, um digitale Räume inklusiver zu gestalten (z. B. Communityrichtlinien, gegenseitige Unterstützung, Moderationspraktiken)?

Wichtige Erkenntnisse

  • Online-Reaktionen sind nicht neutral und hängen von den wahrgenommenen Identitätsmerkmalen ab.
  • Man sollte sich der Plattformlogik und der sozialen Normen bewusst sein, die Social Media zugrunde liegen.
  • Welche Begriffe sind für das Sprechen über Repräsentation, Privilegien und digitale Sichtbarkeit wichtig?
Variationen
  • Mock-up-Version: Fiktive Profile auf der Grundlage realer Kommentartrends erstellen.
  • Fokusthemen: Sich auf Musik, Politik, Mode oder nur visuelle Identität beschränken.
  • Plattformvergleich: Denselben Inhalt auf zwei Plattformen zeigen und Reaktionen vergleichen.

 

Foto: © politischbilden.de im Computerspielemuseum Berlin

Projektlogo: DIYW-ROAD

Digital Youth Work - Rights-Sensitive, Open, Accessible, Democratic (DIYW-ROAD)

Veröffentlicht im Rahmen des Projekts DIYW-ROAD, einer europäischen Partnerschaft koordiniert vom Arbeitskreis deutscher Bildungsstätten.   

Die englischsprachige Originalversion dieser Methode ist unter einer CC-BY-SA 4.0 International Lizenz auf der Plattform Competendo erschienen:
➔ Who Can be Seen in Social Media Content

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