
Mobiltelefon der Zukunft
Nachhaltigkeit und Digitalisierung zusammendenken
Sensibilisierung für die ökologischen und sozialen Probleme rund um Smartphones und zur gemeinsamen Entwicklung von Visionen für nachhaltigere Geräte. Die Teilnehmenden arbeiten in kleinen Gruppen in den drei strukturierten Phasen der Zukunftswerkstatt-Methode zusammen.
Benötigte Zeit
ab 60 Minuten
Gruppengröße
5-30 Personen
Benötigtes Material
Moderationskoffer und Bilder mit Bezug zu Rohmaterial, Elektroschrott etc. zur Inspiration
Lernziele
- Sensibilisierung für die ökologischen und sozialen Probleme, die im Zusammenhang mit der Produktion und Nutzung von Smartphones auftreten
- Visionen , Konzepte und Lösungsansätze entwickeln
Lerninhalte
- Nachhaltige Hardware
- Elektroschrott
- Globale Wertschöpfungsketten
- Digitalisierung
Hintergrund
Die Teilnehmenden arbeiten in kleinen Gruppen zusammen und durchlaufen drei strukturierte Phasen. Jede Phase konzentriert sich auf eine Leitfrage und fördert den offenen Austausch, kreatives Denken und gemeinsame Reflexion.
Die Ideen werden visuell auf Postern oder Flipcharts gesammelt, sodass die Ergebnisse für alle sichtbar werden. Der Prozess schätzt unterschiedliche Perspektiven und baut auf dem Prinzip auf, dass kollektiver Dialog zu tieferem Verständnis und besseren Lösungen führt.
Die Methode verbindet kritische Reflexion, visionäres Denken und praktische Umsetzung.
Zukunftswerkstatt-Methode
Diese Übung basiert auf dem von Jungk & Müllert entwickelten Zukunftswerkstatt-Ansatz, einem Tool für partizipative und ko-kreative Bürgerbeteiligung. Es folgt zwei Leitgedanken: 1. Betroffene Personen sollten zu aktiven Teilnehmer:innen werden. 2. Probleme sollten sich in Lösungen verwandeln. Der ursprünglich von R. Jungk und N. R. Müllert entwickelte Ansatz wurde vor allem unter deutschsprachigen Moderator:innen populär. Er folgt drei aufeinanderfolgenden Phasen: Phase der Kritik, Phase der Utopie und Phase der Realität.
Normalerweise dauern Zukunftsworkshops etwa 1,5 Tage. Die ursprüngliche Methode sah bis zu drei Tage vor. Die ideale Teilnehmer*innenzahl liegt zwischen 18 und 25 Personen.
Der Ansatz kann (wenn auch mit gewissen Einbußen) verkürzt werden, wie in diesem Beispiel gezeigt. Hier wird also ein Umsetzungsvorschlag, der stärker zur Sensibilisierung dient als zur tieferen Beleuchtung des Problems, inspiriert von der Zukunftswerkstatt, vorgestellt.
World Cafe
Mit seinem interaktiven, diskussionsbasierten Charakter weist er auch starke Ähnlichkeiten mit der World Cafe-Methode auf.
Ablauf
1. Kritikphase (20 Minuten)
Die Moderation stellt die Leitfrage vor:
- Welche Probleme verursachen Mobiltelefone – für uns, für die Umwelt, für die Gesellschaft?
Die Jugendlichen sammeln Kritikpunkte, die die Moderation für alle sichtbar notiert:
- kurze Akkulaufzeit, nicht reparierbar, Umweltbelastung, Abhängigkeit, Werbung, Statusdruck...
2. Visionsphase (30 Minuten)
Einführung in die nun auf Visionieren ausgerichtete Leitfrage:
- Wie würde ein perfektes, nachhaltiges und faires Mobiltelefon aussehen?
Die Jugendlichen werden zu Kreativität angeregt. Ergebnisse werden als Zeichnungen, Collagen oder kurze Szenarien erarbeitet:
- unendlich haltbarer Akku, austauschbare Module, recycelte Materialien, Open-Source-Software, fairer Abbau, keine Werbung...
3. Realitäts-/Umsetzungsphase (30 Minuten)
- Welche kleinen Schritte könnten wir selbst unternehmen, um in diese Richtung zu gehen?
Jede Gruppe präsentiert eine konkrete Idee. Beispiele können sein:
- Geräte länger nutzen, Secondhand kaufen, Repair Cafés besuchen, Druck auf Hersteller ausüben (Petitionen, soziale Medien), Schulprojekt...
Variationen
- Kurzversion: Kritik + Vision in einer 45-minütigen Einheit.
- Langversion: Prototypen im Lernraum entwickeln (Mobiltelefonmodelle aus Lego, Pappe, Bastelmaterialien).
- Digital: Online-Whiteboard (Miro, Mural, Padlet) für die drei Phasen.
Reflexion
- Was müsste sich ändern, damit Mobiltelefone wirklich nachhaltig werden?
- Welche Visionen können wir bereits in unserem Alltag umsetzen?
- Was können wir als Jugendgruppe tun, um Druck auf Herstellerfirmen oder Politiker:innen auszuüben?
Foto: © politischbilden.de im Computerspielemuseum Berlin

Digital Youth Work - Rights-Sensitive, Open, Accessible, Democratic (DIYW-ROAD)
Veröffentlicht im Rahmen des Projekts DIYW-ROAD, einer europäischen Partnerschaft koordiniert vom Arbeitskreis deutscher Bildungsstätten.
Die englischsprachige Originalversion dieser Methode ist unter einer CC-BY-SA 4.0 International Lizenz auf der Plattform Competendo erschienen:
➔ Mobile Phone of the Future



